Dipl.-Ing. Werner Bub

DER VERBAND BAYERISCHER GESCHICHTSVEREINE e.V.

verleiht

Herrn Dipl. Ing. Werner Bub

die Ehrennadel des Verbandes

Verleihung der Ehrennadel an Diplomingenieur Werner Bub am 25.9.2021 in Nürnberg

Ich freue mich, dass der Verband bayerischer Geschichtsvereine seine Ehrennadel an eine engagierte Persönlichkeit verleihen kann, die Mitglied der Gesellschaft für Familienforschung in Franken und des Bayerischen Landesvereins für Familienkunde ist und sich um beide Vereine verdient gemacht hat.

Diese Ehrennadel soll langjährige Mitglieder historischer Vereine auszeichnen, die verantwortungsvoll in Vorstand oder Beirat mitgewirkt haben und sich um ihren Verein in besonderem Maße verdient gemacht haben. 

Als Vorsitzender eines Verbandes, dem etwa 220 Vereine, Institute und Kommissionen angehören, verleihe ich Herrn Werner Bub gerne diese Ehrennadel, weil er geradezu ein Musterexemplar eines Typus ist, dessen wir in größerer Zahl bedürften. Als kulturell und historisch interessierter Ingenieur und Manager, dessen besonderes Markenzeichen Kompetenz und Kontinuität sind, hat er sich eingebracht als technisch versierter, organisatorisch begabter und kenntnisreicher Bildungsbürgers mit Tatkraft und Gemeinsinn. 

Dabei verwende die Bezeichnung „Bildungsbürger“ ganz bewusst, gewissermaßen als Gegenpolemik gegen die pejorative Abwertung des Bürgerlichen,  und verstehe sie als Ehrentitel und zugleich als besonderen Anspruch. Die langjährige Leistung unserer Vereine, und dazu zähle ich natürlich auch die Vereine der Familienforschung, liegt durchaus auf diesem Feld, der Bürgerkultur nämlich, das wir keinesfalls preisgeben dürfen. 

Der große Historiker Franz Schnabel hat 1952 zum hundertjährigen Jubiläums des Gesamtvereins der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine das Lob der Historischen Vereine gesungen und ihnen damit ein würdiges Denkmal gesetzt: 

„Es ist der Ruhm unserer Vereine, dass ihnen die Beschäftigung mit der Geschichte niemals Selbstzweck und niemals ein müßiges Spiel gewesen ist. Immer war es ein echtes Bedürfnis des Lebens, wenn in einer Stadt, einem Kreise, einer Provinz, einem Territorium Männer und Frauen, die im Leben standen, sich zusammengeschlossen haben im gemeinsamen Interesse an der Geschichte der Heimat (...).“ 

Denn diese Vereine sind nach wie vor besonders wichtige Garanten für ein regionales Geschichtsbewusstsein. Wie viele unserer Kultureinrichtungen sind sie Kinder der bürgerlichen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts, Produkte einer alles in allem fruchtbaren Bürgerkultur, die der Aufklärung des 18. Jahrhundert entstammte.  Ohne das bildungsbürgerliche Engagement dieser Vereine sähe unsere regionale Kulturlandschaft sehr viel eintöniger aus, wäre es um die Geschichtskultur unseres Landes und das Geschichtsbewusstsein seiner Bürger weitaus schlechter bestellt. 

Sie sind damit auch längst ein besonders stabiler und inzwischen unverzichtbarer Teil einer von ehrenamtlich Engagierten getragenen Bürgergesellschaft, die auf Bürgernähe und Partizipation aufbaut. 

Den Kampf um die Erhaltung eines bildungsbürgerlichen Werte- und Bildungskanons können wir durchaus gemeinsam führen, selbstbewusst als Teil einer zukunftsfähigen europäischen Bürgergesellschaft und nicht zuletzt auch in der Hoffnung auf die ungebrochene Kraft der Region und ihrer Menschen. 

Kästners berühmten Diktum, „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, führt mich wieder zu Herrn Bub zurück.

Denn ohne engagierte und ausdauernde Menschen, die über Jahrzehnte  hinweg schreiben, informieren und organisieren, wäre alle unseren Bemühungen und Wünsche nur Makulatur. Ohne diese Bildungsbürger, die sich für das Gemeinwesen einsetzen, es mitgestalten und seine Wurzeln anderen zugänglich machen, gäbe es keine funktionsfähigen Vereine und Verbände. 

Herr Werner Bub, ein geborener Nürnberger, hat sich nach einem erfüllten Berufsleben als Manager in der Luft- und Raumfahrttechnik engagiert in die Familienforschung eingebracht. 1993 trat er dem Bayerischen Landesverein für Familienforschung bei und unterstützte den Verein von Anfang an mit organisatorischen Impulsen. Von 1998 bis 2007 amtierte er als stellvertretender Vorsitzender der Bezirksgruppe Oberbayern, von 2002 bis 2008 auch als Landesvorsitzender und erwarb sich in diesen Jahren Verdienste durch die Durchsetzung einer zeitgemäßen Satzung,  die Neuorganisation der Vereinsgeschäftsstelle und die Einführung neuer technischer Publikationsmöglichkeiten.

Seit 1996 war Herr Bub auch Mitglied in der Gesellschaft für Familienforschung in Franken und wirkte bereits im Folgejahr entscheidend an der Entwicklung eines neuen Software-Programms mit, das dann im jährlichen Rhythmus weiterentwickelt wurde und heute als eines der vielseitigsten deutschsprachigen Genealogieprogramme gilt.  

Zudem hat Herr Bub einen wichtigen Anteil daran, dass die beiden großen personengeschichtlichen Vereine, zwischen denen seit ihrer Gründung in den 1920er Jahren eine gewisse Konkurrenzsituation herrschte, heute freundschaftlich verbunden sind und seit einigen Jahren auch bei großen Forschungsvorhaben kooperieren. Für diese Funktion als Brückenbauer sind ihm beide Vereine in gleicher Weise verbunden.

Der Verband bayerischer Geschichtsvereine zeichnet ihn für alle diese Leistungen mit seiner Ehrennadel aus. 

Der Text der Urkunde lautet:
DER VERBAND BAYERISCHER GESCHICHTSVEREINE e.V.
verleiht Herrn Werner Bub die Ehrennadel des Verbandes und
würdigt damit seine außerordentlichen Verdienste um die Familienforschung in Bayern.
Nürnberg, am 25. September 2021
Prof. Dr. Manfred Treml,  1.Vorsitzender